CMD

Situation & Beschwerdebild

Häufige Kopfschmerzen, Probleme bei der Mundöffnung und beim Kauen oder Knackgeräusche im Kiefergelenk können Zeichen einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD) sein.

Da eine funktionelle Verbindung zwischen den Kiefergelenken, der Halswirbelsäule und Teilen des Bewegungsapparats vorhanden ist, besteht im Rahmen einer Fehlbelastung eines dieser Bereiche immer auch eine Beeinträchtigung der anderen Systeme in unterschiedlicher Ausprägung.

Und so ist erklärbar, dass z.B. eine Bissfehlstellung Rückenschmerzen verursachen kann, dass ein zu kurzes Bein Kopfschmerzen auslösen kann und dass nach einem scheinbar banalen Unfall die Zähne nicht mehr richtig aufeinander passen.

 

Der Kieferorthopäde kann helfen!

Leider kann unser Körper nur bedingt diese Probleme kompensieren und oft werden Beschwerden gar nicht oder falsch diagnostiziert.

Die Differenzierung, welches Gelenk primär gestört ist, ist oft sehr schwierig und kann nur von Behandlern unterschiedlicher Fachrichtungen beurteilt und behandelt werden. Die Untersuchung und Behandlung der Kiefergelenke und der Zusammenbiss der Zähne erfolgt im Gegensatz zu anderen Gelenken nicht durch den Orthopäden, sondern durch den Kieferorthopäden. Eine notwendige Behandlung erfolgt dann oft in Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen (Orthopädie, Physiotherapie, Osteopathie, ...).

Mögliche Ursachen, Zusammenhänge

Bei ungestörter Funktion haben die Zähne im Verlauf des Tages etwa 15 Minuten direkten Kontakt untereinander. Die Kaumuskulatur hat also Zeit sich zu erholen und zu entspannen.Werden die Ruhepausen durch weite Muskelanspannungen erheblich eingeschränkt, hat das weitreichende Folgen wie Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Rückenschmerzen.

Jeder von uns reagiert anders auf übermäßigen Stress. Einige knirschen deshalb mit den Zähnen (Bruxismus). Eine Fehlstellung des Bisses und fehlerhafte Zahnkontakte können weitere Gründe für eine Überlastung der Kaumuskulatur sein.

Weitere Ursachen für diese Beschwerden können Angewohnheiten sein, die eine unnatürliche Stellung des Unterkiefers verursachen. Dazu gehören das Kauen von Fingernägeln oder Schreibgeräten, übermäßiges Kaugummikauen, das Schlafen auf dem Bauch oder eine häufige Fehlhaltung des Kopfes, z.B. am Arbeitsplatz.

 

Wenn die Muskulatur überbeansprucht wird

Durch eine ständige und übermäßige unnatürliche Druckbelastung wird die Muskulatur überbeansprucht.

Es entstehen Verspannungen ganzer Muskelgruppen. Durch die Wechselwirkung zur Nacken- und Rückenmuskulatur wird das ganze Skelettsystem und die ganze Körperstatik negativ beeinflusst. Hierin liegt die Begründung, dass eine Ursache einer Störung nicht immer am Ort der Schmerzen zu suchen und zu finden ist.

 

So stellen wir eine Diagnose

Im Rahmen der manuellen Strukturanalyse (MSA) werden die Ursachen für die Fehlfunktion ermittelt und der Umfang der Funktionsstörung erfasst.

Neben bildgebenden Verfahren kann die Modellanalyse im Kausimulator (Artikulator) notwendig werden.

Schmerzhafte Gebiete der beteiligten Muskeln, Sehnen und Bänder werden durch Abtasten (lat.: Palpation) oder Belastungstests ermittelt. Weiterhin wird der Bewegungsumfang des Unterkiefers bei Mundöffnung und Seitwärtsbewegung erfasst.

Besonderes Augenmerk gilt der Funktion des Kiefergelenks. Neben Schmerzhaftigkeit der Gelenkkapsel werden auftretende Geräusche und vorhandene Abweichungen oder Hindernisse in der Unterkieferbewegung ermittelt. Bei diesen Untersuchungen steht die ganzheitliche Betrachtungsweise im Vordergrund. Der von der/dem Physiotherapeutin/en erhobene Ganzkörperstatus, mit dem das Zusammenspiel aller Knochen, Sehnen und Muskeln des ganzen Körpers bestimmt und Blockaden und Verspannungen aufgedeckt werden, fließt in die Diagnose mit ein.

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